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Kinderschutz

„Kinderschutz hat oberste Priorität“

Der hessische Tischtennisverband hat sich neben dem deutschen olympischen Sportbund (DOSB) und der deutschen Deutsche Sportjugend (DSJ) den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt auf die Fahnen geschrieben. Bereits seit mehreren Jahren gibt es deshalb im Verband einen Missbrauchsbeauftragten.

Neben dem Kindeswohl gehört aber auch der Schutz von Mitarbeitern zum Aufgabengebiet. Sehr schnell sind mögliche falsche Verdächtigungen ausgesprochen, von denen sich ein Mitarbeiter nur sehr schwer befreien kann. Daher werden vom Missbrauchsbeauftragten Verdachtsmomente mit größtmöglichem Fingerspitzengefühl beurteilt und Verdächtigungen mit Sorgfalt nachgegangen.

Für diese ehrenamtliche Position konnte mit Horst Bitsch, ehemaliger Vizepräsident Sport und Kreiswart des Odenwaldkreises, ein ehemaliger Kriminalhauptkommissar gewonnen werden, für den dieses Tätigkeitsfeld kein Neuland bedeutet. In seiner aktiven Zeit als Kriminalbeamter, heute ist er Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Höchst i. Odenwald, war er unter anderem auch mit Erscheinungsformen der Jugendkriminalität befasst und ist daher den Umgang mit Kindern auch im pubertärem Alter gewohnt und verfügt über Erfahrungswerte in seiner Amtszeit.

„Natürlich ist es so, dass man mit Verdachtsmomenten auch seriös umgehen muss, die Gefahr ist sehr groß, dass jemand durch eine unvorsichtige oder dilettantische Vorgehensweise zu Unrecht verdächtigt und dadurch diskreditiert wird. Daher laufen die Ermittlungen in solchen Angelegenheiten nicht in der Öffentlichkeit. Deshalb habe ich kein Verständnis für drängelnde Personen, die ständig nerven und in der Öffentlichkeit die Preisgabe näherer Informationen erwarten“.

Derzeit gibt es lt. Horst Bitsch keinerlei Verdachtsmomente gegen Personen. In früheren konkreten Fällen, die bekannt wurden, hat sich der Verband von Mitarbeitern getrennt bzw. den Sachverhalt sofort zur Strafanzeige gebracht.

„Insgesamt hat sich sehr viel in diesem Bereich getan, alleine dadurch, dass Übungsleiter heute einen Ehrenkodex unterschreiben und auch vom Verband für jeden Mitarbeiter mit Athletenbezug ein erweitertes Führungszeugnis gefordert wird“ beschreibt Horst Bitsch die positiven Zeichen in unserer Gesellschaft. „Aufklärung ist nach wie vor notwendig. Jeder im Verband muss wissen, dass jemand da ist, der als Ansprechpartner zur Verfügung steht und auch weiß, wie man mit dem Thema umgehen muss“.

Wichtig ist nach Meinung von Horst Bitsch, dass Trainer und Betreuer für dieses Thema sensibilisiert werden und durch ihre Selbstverpflichtungserklärung auch deutlich machen, dass sie sich als Vorbild und wichtiges Bindeglied zwischen Kindern und Verband sehen und dem Kinderschutz oberste Priorität zugebilligt wird.

In der Trainingsausbildung ist notwendig, dass angehenden Trainern verdeutlicht wird, dass Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Übungsleitern und betreuten Kindern möglichst offen gestaltet werden sollten. Eltern müssen sich sicher sein können, dass Kinderschutz nicht nur irgendwo auf dem Papier steht, sondern dass man sich im Sportverein und dem Verband ihrer Kinder diesem Thema bewusst und aktiv annimmt, dass wir alle sensibel mit dem Thema umgehen und dadurch Tätern keine Chance gegeben wird.

In Verdachtsfällen ist der Missbrauchsbeauftragte unter der Emailadresse horst.bitsch@online.de erreichbar.