Oberbrechen: Bei den Hessischen Seniorenmeisterschaften gelang dem Angelburger Duo Verena Hartmann und Tina Acker, die im Seniorenbereich für den TTV spielberechtigt ist, rund einen Monat nach dem Mannschaftstitel auch im Individualbereich große Erfolge. Zudem setzte sich Stadtallendorfs Hessenligaspieler Lars Merle bei den Senioren 45 sogar ohne einen Satzverlust die Krone auf.
Hartmann trat bei den Seniorinnen 40 in einem Sechserfeld an und musste sich in der zweiten Runde lediglich der früheren Watzenborner Bundesligaspielerin Christine Engel (geb. Apel) knapp im fünften Satz geschlagen geben. "Ich bin gut gegen Christine reingekommen und konnte die ersten beiden Sätze gewinnen, danach wurde sie aber immer besser und am Ende war es ein offener Schlagabtausch", resümierte Hartmann, die an diesem Tag in insgesamt drei Konkurrenzen zwölf Matches bestritt. "Das Finale im Mixed begann um 21:30 Uhr, entsprechend platt war ich danach." Das hinderte die Hinterländerin aber nicht daran, einen Tag später im Bezirksoberligaspiel ihres TTV Angelburg gegen den TTC Ginseldorf ebenfalls anzutreten und mit zwei Einzel- und einem Doppelerfolg den maßgeblichen Anteil am 6:4-Sieg beizusteuern. "Da war ich dann eben so richtig eingespielt", scherzte Hartmann, die sich auch mit ihrem zweiten Platz für die Deutschen Meisterschaften vom 4.-7. Juni in Erfurt qualifizierte. Im Doppel an der Seite von Engel gab Hartmann keinen Satz ab und auch mit Mixedpartner Andre Tamoschus (TTC Hausen) war Hartmann nicht zu schlagen.
Zwei Altersklassen höher war Tina Acker einmal mehr eine Klasse für sich. Souverän gewann die Holzhäuserin, die in der Punktrunde für den TV Sterzhausen aufschlägt, ihre Vorrundengruppe mit nur einem Satzverlust. Das Halbfinale gegen Anja Stein (VfL Lauterbach) war dann ebenfalls kein Prüfstein. Erst im Endspiel gegen Doppelpartnerin Melanie Radloff (TTC Langen) wurde es eng. "Es war schon komisch gegen sie zu spielen, wenn man vorher das Doppel gemeinsam gewonnen hat. Sie hat in den ersten Sätzen auch sehr stark gespielt", so Acker, die im dritten Satz mehrere Matchbälle gegen sich hatte, aber dann knapp mit 15:13 den Durchgang für sich entschied. "Danach habe ich ihr mein Spiel aufgezwungen und konnte das Match noch drehen." Für Acker gehören die Deutschen Meisterschaften bereits zum Pflichtprogramm: "Seit 2014 konnte ich mich jedes Mal qualifizieren. Für dieses Jahr setze ich mir das Viertelfinale als Minimalziel. Halbfinale wäre schön."
Nummer drei im Kreis der Qualifikanten für die "Finals" in Erfurt ist der Stadtallendorfer Hessenligaspieler Lars Merle. Ihm gelang das Kunststück den Hessenmeistertitel in der Altersklasse 45 ganz ohne Satzverlust zu gewinnen. "Oberbrechen ist ein ganz gutes Pflaster für mich, da habe ich schon einmal gewonnen und ich hatte einen richtig guten Tag", so Merle, der allerdings mit einem etwas weinenden Auge seinen Startplatz für die Deutschen Meisterschaften zurückgeben musste. Merle hat seit Jahresbeginn einen in Tischtenniskreisen sehr exklusiven Job inne. Er übernahm die Geschäftsführung der Tischtennis Marketing GmbH (TMG), des Rechtevermarkters und Eventorganisators des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB). Er ist damit Chef der Veranstaltung, bei der er in den letzten sechs Jahren fünfmal am Start war. Die neue Position als Cheforganisator wird dabei "sicherlich noch schweißtreibender als, als Spieler teilzunehmen", scherzt er. "Es haben sich rund 1.000 Spieler vom Nachwuchs über die Profis bis hin zu einem Alter von knapp 90 Jahren in den Altersklassen qualifiziert. Dazu erwarten wir über 8.000 Zuschauer an vier Tagen. Es wird das größte Tischtennis-Fest Europas", berichtet Merle, dem man die Vorfreude, aber auch den Respekt vor der Riesenveranstaltung in der Erfurter Messe anmerkt.




