Zum Inhalt springen

Mannschaftssport Erwachsene   Vogelsberg

„Gemeinsam geglaubt. Gemeinsam Geschichte geschrieben.“

25. April 2015 - Tischtennismoment – Manuel Ludwig

Wenn Manuel Ludwig von diesem Abend erzählt, spricht er weniger über Punkte, Aufstellungen oder Tabellen. Er spricht über Menschen. Über Zusammenhalt. Über ein Gefühl, das man nicht planen kann – das einfach da ist. „Dieses Spiel gegen Ulrichstein war nicht einfach ein Meisterschaftsspiel“, sagt er. „Es war ein Abend, an dem wir als Mannschaft komplett zusammengewachsen sind.“

Schon lange vor dem ersten Ballwechsel war klar, dass etwas Besonderes in der Luft lag. Rund 60 Zuschauer in der Halle – für ein Spiel in der Kreisliga eigentlich unvorstellbar. „So viele Leute hatten wir bei einem Tischtennisspiel noch nie“, erinnert sich Manuel. Die eigenen Fußballer waren da, laut, emotional, voll dabei. „Die haben während des Spiels 14 Kästen Bier getrunken“, erzählt er lachend. Aber vor allem waren sie da, um die Mannschaft zu tragen. Jeder Punkt wurde gefeiert, jeder Rückschlag gemeinsam ausgehalten.

Sportlich gingen sie als Außenseiter in dieses Spiel. Ulrichstein war der dominante Gegner, die Wahrscheinlichkeit, ausgerechnet hier die Meisterschaft zu holen, war gering. „Eigentlich hatte kaum jemand mit uns gerechnet“, sagt Manuel. „Aber wir haben daran geglaubt.“ Nicht jeder für sich – sondern alle zusammen. Dieser gemeinsame Glaube war es, der sie durch den Abend trug.

Auf dem Spielfeld war es ein Kampf. Nichts lief von allein, jeder Punkt tat weh. Doch genau in diesen Momenten zeigte sich der wahre Wert der Mannschaft. „Ich erinnere mich an so viele Kleinigkeiten“, erzählt Manuel. „Ein Schulterklopfen, ein Blick, ein kurzes ‚Komm, wir packen das‘.“ Niemand wurde allein gelassen. Wenn einer schwächelte, war der nächste da. „Das Gefühl, dass du dich auf jeden einzelnen verlassen kannst – das war an diesem Abend unglaublich.“

Auch sportlich passierten Dinge, die man kaum für möglich hielt. Ulrichsteins Topspieler Dieter Koller wurde gleich zweimal besiegt. Das bis dahin ungeschlagene Doppel Koller/Dietz verlor – ausgerechnet im entscheidenden Schlussdoppel – glatt mit 3:0. „Hätten sie das gewonnen, wäre Ulrichstein Meister geworden“, sagt Manuel. Doch Frischborn hielt stand. Gemeinsam. Punkt für Punkt. Ball für Ball.

Als der letzte Punkt gespielt war, brauchte es einen Moment, bis alle realisierten, was gerade passiert war. Dann brach alles heraus. „In dem Augenblick ist alles abgefallen“, erinnert sich Manuel. „Der ganze Druck, die ganze Saison – weg.“ Es wurde gejubelt, umarmt, gelacht. Arme lagen um Schultern, manche hatten Tränen in den Augen. „Das war kein Jubel von Einzelnen – das war ein Jubel von uns allen.“

Die Feier danach war nur die Fortsetzung dieses Zusammenhalts. Eine „mega Sause“, wie Manuel sie nennt. Chaotisch, laut, herzlich. Selbst der verschüttete Jacky-Cola im Taxi und die Schelte des Fahrers gehören heute zur Geschichte dieses Abends. Denn entscheidend war, was blieb: das Gefühl, gemeinsam etwas Großes geschafft zu haben.

Am nächsten Morgen, viel zu früh, saß Manuel mit Lars Wirth im Garten. Ein letztes Bier, bevor der Schlaf nachgeholt wurde. „Wir waren so laut, dass Simone aufgewacht ist“, erzählt er schmunzelnd. Doch auch hier zeigte sich dieses besondere Miteinander. Kein Ärger, kein Vorwurf – sondern Verständnis. „Sie hat Lars sogar noch nach Hause gefahren.“

Für Manuel ist klar: „Dieses Spiel und alles, was dazugehört hat, war das Geilste, was ich im Tischtennis je erlebt habe.“ Nicht wegen des Titels allein. Sondern wegen des Zusammenhalts. Wegen der Mannschaft. Wegen eines Abends, der gezeigt hat, was möglich ist, wenn man gemeinsam an etwas glaubt – und füreinander da ist.

Aktuelle Beiträge

Partner und Sponsoren