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Es hat nicht sollen sein: Fulda unterliegt vor Rekordkulisse

(ro). 2.000 Zuschauer in der ausverkauften Fuldaer Esperantohalle wurden am Freitagabend Zeugen der klaren 0:3-Niederlage des TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell gegen Rekordmeister Borussia Düsseldorf im Play-Off-Halbfinalhinspiel. Das Boll-Team steht damit bereits im Finale, da selbst bei einem 0:3 im Rückspiel die bessere Hauptrundenplatzierung den Ausschlag zugunsten Düsseldorfs geben würde.

Foto oben: 45 Minuten vor Spielbeginn: Menschenschlange vor der Esperantohalle;
mittleres Foto: Die Halle war mit 2.000 Zuschauern ausverkauft, die Fans standen stimmgewaltig hinter Maberzell;
Foto unten: Es lief nicht wunschgemäß: Wang Xi haderte mit sich und der Welt.


Zwei Stunden benötigte "Borussia Deutschland" vor der Rekordkulisse, um den Gastgeber mit 3:0 überraschend deutlich abzufertigen. Dimitrij Ovtcharov, Christian Süß und Timo Boll punkteten unter den Augen von HTTV-Präsident Dr. Norbert ENGLISCH für den Rekordmeister - jeweils in vier Sätzen. Für die Fans wäre es natürlich interessanter gewesen, wenn erst im Rückspiel die Entscheidung gefallen wäre. Dazu spielten die Rheinländer in der Esperantohalle freilich zu kompromisslos.

Dimitrij OVTCHAROV präsentierte sich im Auftakteinzel hochkonzentriert und gab sich gegen den kampfstarken Robert SVENSSON lediglich im zweiten Satz eine Blöße. Obwohl die Halle zu diesem Zeitpunkt am Kochen war - der Stimmungspegel war enorm und hätte bei einem günstigeren Spielverlauf für Fulda sicher phantastische Dimensionen erreicht -, gelang es dem Schweden nicht, "Dima" im weiteren Matchverlauf ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

Der Favorit machte generell nicht die geringsten Anstalten, ins Straucheln zu geraten. Sämtliche Borussia-Spieler präsentierten sich auf den Punkt topfit. So auch Christian SÜß beim 3:1 gegen "Oldie" Jan-Ove WALDNER, der mit etwas mehr Glück aber auch hätte gewinnen können. Der an Position drei aufgebotene, angeschlagene Timo BOLL, dessen Einsatz bis zuletzt in Frage gestanden hatte, wollte nicht nachstehen und setzte sich gegen Fuldas Topspieler WANG Xi durch - auch der Weltranglistenvierte benötigte vier Durchgänge in diesem rassigen Duell Angriff vs. Abwehr. BOLL, als einziger Akteur der Liga bei einer 13:0-Bilanz noch ungeschlagen, betonte allerdings später, dass er gegen WANG aufgrund seiner Lendenwirbelprobleme "sehr verhalten" gespielt habe, was aber gegen einen Defensivkünstler nicht immer das schlechteste Rezept ist.

Die Osthessen spielten nicht schlecht und wurden sicher etwas unter Wert geschlagen. Es fehlte aber in jedem Match jener kleine Tick, der nötig ist, um einen Favoriten vom Sockel zu stoßen. Das hochklassige Spiel in einer tollen, prächtig gefüllten Halle mit stimmungsvollen Fans war aber ein echtes Tischtennis-Highlight, an dem auch der unterlegene Gastgeber seinen Anteil hatte.

Stimmen zum Spiel

Stefan Frauenholz (Vorsitzender Fulda): "Trotz der Niederlage überwiegt bei mir das Positive. Das war eine Riesenkulisse, ein gigantisches Spektakel, das größte Tischtennis-Ereignis, das Fulda je gesehen hat und eines Play-Off-Halbfinales würdig."

Qingyu Meng (Trainer Fulda): "Wir hatten in jedem Match unsere Chancen, konnten diese aber leider nicht nutzen und haben die engen Sätze trotz Führung meist noch verloren. Allerdings war der Gegner heute auch sehr, sehr stark. Alle drei Spieler haben eigentlich gut gespielt, ich kann keinem einen Vorwurf machen. Als Sportsleute werden wir auch im Rückspiel alles geben, um ein günstigeres Ergebnis zu erzielen."

Robert Svensson: "Natürlich sind wir jetzt enttäuscht. Wir hatten uns viel vorgenommen und wollten gewinnen, auch wenn uns klar war, dass wir am oberen Limit spielen mussten, um eine echte Chance zu haben. Wir haben nicht schlecht gespielt, konnten aber unsere Chancen nicht nutzen. Wenn WALDNER gegen SÜß gewonnen hätte, was sehr gut möglich war, wäre bei einem 1:1 noch alles drin gewesen. Ich selbst habe heute gegen OVTCHAROV leider nur zwei Sätze lang so gespielt, wie ich es mir vorgestellt habe. Mein Rückschlag war heute zu schlecht, um das Match zu gewinnen."

Timo Boll: "Ich habe vor dem Spiel noch Schmerzmittel bekommen, die auch gut gewirkt haben. Trotzdem habe ich natürlich sehr verhalten gespielt. Ich wollte nicht zu viel riskieren, um unser wichtiges Match am Sonntag nicht zu gefährden."

Text & Fotos: Dr. Stephan Roscher


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