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Tischtennis-Entwicklungshelfer Dan-Felix Müller

Durban/Büdingen (kel). "Meine Kinder haben die nationalen Behindertenmeisterschaften der Nedbank gewonnen”, sagt der 21-jährige Dan-Felix Müller stolz. Seine Tischtennis-Kinder sind 20 bis 30 schwer behinderte Rollstuhlfahrer, Poliokranke und Spastiker. Sein soziales Jahr hat der Büdinger Abiturient in KwaZulu-Natal bei Durban in einer Schule für 350 schwarze Schüler mit Seh- oder körperlicher Behinderung abgeleistet. "Ein behindertes Kind zählt in der Zulu-Kultur häufig als Fluch.”

Durban/Büdingen (kel). "Meine Kinder haben die nationalen Behindertenmeisterschaften der Nedbank gewonnen”, sagt der 21-jährige Dan-Felix Müller stolz. Seine Tischtennis-Kinder sind 20 bis 30 schwer behinderte Rollstuhlfahrer, Poliokranke und Spastiker. Sein soziales Jahr hat der Büdinger Abiturient in KwaZulu-Natal bei Durban in einer Schule für 350 schwarze Schüler mit Seh- oder körperlicher Behinderung abgeleistet. "Ein behindertes Kind zählt in der Zulu-Kultur häufig als Fluch.”
Doch was Dan-Felix Müller an Herzlichkeit, Fröhlichkeit und Lebensfreude erlebt hat, wird sein Leben prägen. Zurück in Hessen spürt er soziale Kälte und trifft viele Menschen, die egozentrisch und trotz ihres materiellen Reichtums unzufrieden zu sein seinen. "Mein Auto, mein Geld: Es ist hart für mich, damit klar zu kommen, denn die schwarzen Kinder kennen kein Eigentum und werden oft nicht sehr alt”, bekennt der künftige Student für Sozialmanagement.
Wise e.V., eine neue weltweite Initiative für soziales Engagement, gab dem Kriegsdienstverweigerer die Gelegenheit, in Südafrika seinen Auslandszivildienst abzuleisten. "Wir konnten uns die Projekte selbst aussuchen”, erzählt Dan-Felix. Zusammen mit Sebastian aus Augsburg betreute Müller nachmittags und abends die Kinder in der Behindertenschule. Sein Freund Manuel arbeitete mit Straßenkindern in Durban.
Als erstes hat Dan-Felix Müller, der für den TTC Büdingen in der Kreisklasse spielt, eine Tischtennisgruppe gegründet. "Tischtennis ist der ideale Behindertensport. Die Kinder waren unglaublich motiviert.” Da es an Schlägermaterial, Bällen, Netzen und Tischen fehlte, hat sich Dan-Felix an seinen Heimatverein gewandt und um Materialspenden gebeten.
Mit Erfolg: " Ein riesengroßes Dankeschön an meinen Verein. Mit dem neuen Material können 16 Kinder dreimal wöchentlich an vier Platten trainieren. Davor hatten wir nur zwei Netze und schlechte Schläger.”
Müller hat an der Schule zwei Tischtennisligen gegründet, an der mittlerweise 17 Kinder teilnehmen. "Manche hatten zuvor nicht mal einen Schläger in der Hand gehabt. Man kann ins Träumen geraten, wenn man sieht, wie lernbegierig, ernst und gleichzeitig völlig begeistert die Kids bei der Sache sind. Die guten Spieler ziehen mittlerweise ganz ordentliche Topspins.” Es sei unglaublich, dass spastisch behinderte Kinder, die ihre Glieder nicht beherrschen, den Ball treffen und hochmotiviert gesunden Ehrgeiz entwickeln.
Dank einer Spendenaktion beim Gemeindefest in Büdingen kann Müller jetzt zwei neue behindertengerechte Tischtennis-Tische bestellen. Doch nicht nur am Tisch war der Teamgeist in Ethembeni grandios. "Ein blindes Kind schiebt einen Jungen im Rollstuhl. Beinamputierte Kinder tanzen fröhlich.” Singen, trommeln und gute Stimmung verbreiten: So was hatte Dan-Felix Müller noch nie erlebt. "Ich habe vier Tage geweint, als ich Abschied nehmen musste.” Jetzt hofft der 21-Jährige, dass die Arbeit in der Behindertenschule weitergeht. Damit noch viele Generationen an Auslandszivis dort mithelfen, die hilfsbedürftigen Kindern zu unterstützen, muss eine neue Unterkunft für rund 7500 Euro gebaut werden. "Die Schule braucht das Haus, in dem wir untergebracht waren.” Müller hofft, dass reichlich Spenden eingehen, damit das Projekt Tischtennis in Kwa Zulu-Natal sich weiter entwickeln kann. "Vielleicht will ja mal ein Trainer dort eine Woche lang arbeiten?” Kostenlos versteht sich, denn Auslandszivildienstleistende bekommen kein Geld und müssen für Unterkunft und Verpflegung selbst sorgen.
Der Jahresaufenthalt in Südafrika war für Dan-Felix Müller "ein Link zwischen den Kulturen. Denn der Rassismus ist noch lange nicht überwunden. Zwischen den weißen und schwarzen Welten zu springen, war extrem schwer zu verkraften. Aber der Reiz Südafrikas ist einmalig.” Eine halbe Stunde vom Meer, eine Stunde von den Bergen entfernt, überall Tierparks und gleich um die Ecke das "klimafreundlichste Dorf der Welt , Botha’s Hill”.
Wer mehr über Müller (dan-felix@web.de), die Hilfsorganisation Wise, Südafrika und das Projekt in der Behindertenschule erfahren will, findet im Internet bei "www.kuehekippen.de/southafrica” weitere Informationen.
Spendenkonto:
WISE e.V.
Kto.: 861 1300
BLZ : 550 20 500
Bank für Sozialwirtschaft
Verwendungszweck nur: "Spende 80002"

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