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Fulda und Hanau 2009/10: Teamvorstellung und Saisonprognose

(ro). Hessen stellt auch in der kommenden Spielzeit zwei Teams in Europas stärkster Tischtennisliga, der DTTL. Der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell präsentiert sich mit einer starken Truppe, die bereits letzte Saison die Halbfinal-Play-Offs erreichte. Die TG Hanau hingegen hat den zweimaligen Champions-League-Sieger TTV Gönnern "beerbt" und wird den Versuch starten, Spitzentischtennis in der Rhein-Main-Region zu etablieren. Nachfolgend werden beide Mannschaften kurz vorgestellt in Verbindung mit einer ersten Einschätzung ihrer Chancen und Perspektiven.

(ro). Der Play-Off-Halbfinalist 2007/08 und 2008/09 TTC RHÖNSPRUDEL FULDA-MABERZELL ist künftig je zur Hälfte chinesisch und schwedisch bestückt. Man hat sich auf dem Papier verstärkt und mit Tischtennis-Promi Ma Wenge einen namhaften Neuzugang im Kader. Dennoch werden die Osthessen wohl auf ihr eingespieltes, gut harmonierendes Terzett der Vorsaison setzen. Chinese Ma darf nämlich nur dann am Tisch stehen, wenn Landsmann Wang Xi, Maberzells Topspieler und der Abwehrspezialist der DTTL schlechthin, pausiert - und das darf als nicht allzu wahrscheinlich gelten. Tischtennislegende Jan-Ove Waldner, der charismatische "alte Schwede" mit der goldenen Hand, dessen Zugkraft ungebrochen scheint, steht trotz seiner bald 44 Jahre nach einer guten Saison erneut im Fuldaer Kader. Sein kampfstarker Landsmann Robert Svensson komplettiert das Team von Trainer Qingyu Meng, das vermutlich erneut um einen der begehrten Play-Off-Plätze mitspielen wird. Das begeisterungsfähige Heimpublikum dürfte seinen Teil zum Erfolg beitragen und Waldner & Co. wie gewohnt nach vorne peitschen. Schafft man es, den Hang zum schwachen Saisonstart abzulegen und diesmal vom ersten Ballwechsel an auf dem traditionell hohen Rückrundenniveau zu agieren, könnte man am Ende der Punktrunde die beste Platzierung der Vereinsgeschichte erreichen. Bisher schlagen zwei vierte Plätze als beste Ausbeute zu Buche. Mit der in Liga zwei aufgestiegenen "Zweiten" hat der TTC erstmals einen Unterbau mit Sichtkontakt zur DTTL-Truppe vorzuweisen, was sich mittel- und längerfristig als Pluspunkt erweisen könnte.

Aufgrund der Finanznöte des zweifachen Champions-League-Siegers Gönnern tritt mit Hanau, das als Geburtsort der Brüder Grimm Berühmtheit erlangt hat, eine neue Tischtennis-Stadt aus dem Rhein-Main-Gebiet ins Rampenlicht. Die bisher vornehmlich im Breitensport engagierte TG HANAU übernahm in einem in der Bundesligageschichte beispiellosen Schachzug nicht nur die Spielklasse des Ex-Timo-Boll-Klubs, sondern auch nahezu den kompletten Kader samt Erfolgstrainer Helmut Hampl. Der spielstarke 20-jährige Taiwanese Chiang Hung-Chieh sowie die deutschen Talente Ruwen Filus und Steffen Mengel werden künftig ebenso das TGH-Trikot tragen wie Tischtennis-Ikone Jörg Roßkopf. Mit dem gerade in der Region ungemein populären "Rossi" hat man eine Identifikationsfigur sowie einen echten Leitwolf für die jugendlichen Mitspieler gewonnen. Um nicht wie Gönnern 2008/09 mit dem letzten Aufgebot antreten zu müssen, wenn Chiang von seinem Verband "abkommandiert" wird, hat man sich zudem die Dienste des hoch talentierten Südkoreaners Lee Jung Sam gesichert, der in der Mai-Weltrangliste immerhin bereits an Position 75 geführt war. Mit dem 17-jährigen Patrick Franziska, den viele für Europas größtes Tischtennistalent und manche für den geborenen Timo-Boll-Nachfolger halten, hat Helmut Hampl außerdem seinen Lieblingsschüler zur TGH geholt. In fünf Jahren will der neue Komet am Tischtennishimmel in der Champions League spielen, wie der Trainer glaubhaft versichert. Zuzutrauen wäre es den ehrgeizigen Hessen, deren Jugendkonzept - unterstützt vom Hessischen Tischtennis-Verband - als Faustpfand für die Zukunft gelten darf. Hanau könnte zu einer echten Bereicherung der DTTL werden, allerdings gilt es zunächst, sich in der Liga zu akklimatisieren und den Klassenverbleib zu sichern. Gelingt es zudem, sich als sportliche Größe im Rhein-Main-Gebiet zu etablieren und weitere Sponsoren zu überzeugen, steht einer erfolgreichen Zukunft des ehrgeizigen Projekts nicht mehr viel im Wege.

Zum Saisonauftakt empfängt Fulda-Maberzell am 29.08. Vizemeister Ochsenhausen. Liganeuling Hanau, der ein extrem schweres Auftaktprogramm zu absolvieren hat, debütiert tags darauf in der DTTL mit dem Heimspiel gegen Frickenhausen, den Deutschen Meister von 2005/06 und 2006/07.

Text: Dr. Stephan Roscher
Logo: Deutsche Tischtennis Liga

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