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Rossis Abschiedsgala: Mit Rückhandpeitsche zum Sieg

Hanau (kel). Das schönste Geschenk hat sich Mr. Tischtennis, Jörg Roßkopf, bei seinem Abschiedsspiel vor knapp 2000 Zuschauern in der Hanauer Main-Kinzig-Halle selbst gemacht. Mit einer knallharten Rückhand, seinem Paradeschlag, besiegte Rossi in der Verlängerung des fünften Satzes den Schweden Robert Svensson. Die 1:3-Niederlage der Hanauer im Hessenderby gegen den DTTL-Zweiten aus Maberzell konnte Roßkopf allerdings nicht verhindern. Was der großen Tischtennisgemeinde am Freitagabend geboten wurde, war unglaublich. Mit stehendem Beifall und Trommelwirbel unterstützten die Hanauer Fans die bis zum Umfallen kämpfenden Akteure. Showtime hieß es in den Pausen der Begegnungen mit Smiley Garfield und den Galactic Dancers.

Hanau (kel). Das schönste Geschenk hat sich Mr. Tischtennis, Jörg Roßkopf, bei seinem Abschiedsspiel vor knapp 2000 Zuschauern in der Hanauer Main-Kinzig-Halle selbst gemacht. Mit einer knallharten Rückhand, dem Paradeschlag in seiner Bilderbuchkarriere, besiegte Rossi in der Verlängerung des fünften Satzes den Schweden Robert Svensson. Die 1:3-Niederlage der Hanauer im Hessenderby gegen den DTTL-Zweiten aus Maberzell konnte Roßkopf allerdings nicht verhindern.
Was der großen Tischtennisgemeinde am Freitagabend geboten wurde, war unglaublich. Mit stehendem Beifall und Trommelwirbel unterstützten die Hanauer Fans die bis zum Umfallen kämpfenden Akteure. Showtime hieß es in den Pausen zwischen Begegnungen mit Smiley Garfield und den Galactic Dancers. Zwei Fernsehanstalten begleiteten das vierstündige Event.
Jörg Roßkopf fühlte sich keineswegs in Feierstimmung, sondern versprach für sein letztes DTTL-Spiel in Saarbrücken einen Sieg. "Die Jungs haben es verdient, in der Klasse zu bleiben, Hanau hat es verdient", betonte Rossi und freute sich, sich mit einem Erfolg aus Hanau verabschieden zu dürfen. "Nach den letzten zwei Ballwechsel könnte ich wohl noch zwei-drei Jahre weiterspielen. Doch jetzt habe ich die Riesenaufgabe Bundestrainer in einer Riesenmannschaft zu sein."
Seinen Abschied als Spieler habe er sich gut überlegt. Mit der gleichen Professionalität und dem gleichen Ehrgeiz, die ihn als Spieler ausgezeichnet haben, werde er an die neue Aufgabe herangehen, versprach der 40-Jährige. Rückblickend stellte Mister Tischtennis fest: "Große Titel vergisst man nicht, wie den Europameistertitel im Einzel in Stuttgart 1992 oder den WM-Titel von 1989 im Doppel. In Dortmund wurde ein schlafender Riese geweckt und mit dem WM-Sieg im eigenen Land ein einzigartiger Tischtennis-Boom ausgelöst, wie man ihn wohl heute kaum mehr wiederholen könnte. Fünf Olympiateilnahmen waren natürlich auch eine tolle Sache, 1992 in Barcelona hatten wir allerdings unsere Riesenchance, das Finale zu gewinnen, nicht genutzt." Unvergessen auch das Europacup-Finale mit Düsseldorf gegen Levallois. "Wir hatten dort 1:5 verloren und keiner hatte uns mehr auf der Rechnung, doch wir haben das Rückspiel 5:0 gewonnen." Roßkopf bedankte sich bei seinen Weggefährten, den vielen Freunden, seinem Heimatverein Münster und bei seiner Familie, die ihn immer unterstützt hätten.
Nicht nur DTTB-Ehrenpräsident Hans-Wilhelm Gäb war sich sicher, dass das Beste am Rücktritt von Jörg Rosskopf vom aktiven Sport der Umstand sei, dass er auch in seiner neuen Funktion als Bundestrainer ein Motor des Tischtennis- Sports bleibe. Gäb erinnerte in seiner Laudatio an den ersten großen Erfolg, den Roßkopf vor genau 21 Jahren feierte. An der Seite von Speedy Fetzner habe er mit dem Weltmeistertitel im Doppel Tischtennisgeschichte geschrieben. Als Abschiedsgeschenk überreichte der Ehrenpräsident Rossi einen Tischtennisball in einer Stele. Kein gewöhnlicher Ball, sondern der Weltmeisterball, den Gäb nach dem Finale in Dortmund stibitzt hatte. Dr. Norbert Englisch überreichte einen kunstvollen Tischtennistisch und erinnerte an die Verbindung von Tischtennis und Kunst. Zwei Hessenlöwen gab es von Staatssekretär Dirk Metz. Mit dem Porträt "Danke Rossi" verabschiedete die TG Hanau ihren Leitwolf. Ein besonderer Gag war die späte Revanche zwischen Jörg Roßkopf und Manfred Nieswand, der ihm vor 24 Jahren die erste Niederlage in der Bundesliga beigebracht hatte.

Prominente Stimmen

Jörg Roßkopf hat viel für Deutschland getan. Er war ein großer Teamspieler und mental unheimlich stark. (Tischtennis-Legende Jan-Ove Waldner)

Als Spieler war Rossi ein perfekter Athlet - in ihm verband sich die Bereitschaft zu härtestem Training mit nie erlahmendem Kampfgeist, mit Mut, mit Nervenstärke, klarem Kopf und glasharten Schlägen. Und er hatte nicht nur Mut im Wettkampf, sondern auch Mut, seine Meinung zu sagen - gegenüber seinen Mitspielern, gegenüber den jüngeren Nationalspielern und gegenüber den Funktionären.
(DTTB-Ehrenpräsident Hans-Wilhelm Gäb)

Der Hessische Tischtennis-Verband ist stolz, ihn in seinen Reihen gehabt zu haben. Dazu bedurfte es eines Entdeckers Helmut Hampl. Wir brauchen auch künftig Rossis für gutes Tischtennis in Hessen.
(HTTV-Präsident Dr. Norbert Englisch)

Jörg Roßkopf war mein großes Vorbild. Er war meine Antriebsfeder, mich für den Tischtennissport zu entscheiden. Nicht zuletzt deshalb hat er großen Anteil an meiner Karriere.
(Timo Boll, Weltranglistenfünfter)

Rossi hat dem Tischtennis mit seinen Erfolgen den Weg gewiesen. Ich bin sicher, er wird auch in Zukunft dem Tischtennissport noch eine Menge geben."
(Richard Prause, scheidender Männer-Nationaltrainer)

Jörg Roßkopf ist ein untadeliger Sportsmann. Er hat die Tischtenniswelt erobert und ist immer Hesse geblieben.
(Dirk Metz, Tischtennis-begeisterter Sprecher der Hessischen Landesregierung)

Jörg Roßkopf ist ein toller Sportler und Mensch, der bodenständig geblieben ist und das Herz am rechten Fleck hat.
(Claus Kaminsky, Oberbürgermeister der Stadt Hanau)

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