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Personal/Hintergrund  

Yannik Rüddenklau träumt von den Paralympics

Der 16-Jährige ist in der Wettkampfklasse neun die Nummer 40 in der Welt

Mit Yannik Rüddenklau sprach der Ressortleiter Medien des HTTV Rolf Schäfer

Im Hessischen Tischtennis Verband ist derzeit kein Ausnahmespieler mehr wie Timo Boll. Zumindest im Behindertensportverband kann sich dies durchaus ändern. Der 16-jährige Yannik Rüddenklau belegt in der Wettkampfklasse neun (im Behindertensport gibt es die Klassen eins bis zehn) in der Weltrangliste in seiner Gruppe Rang 40. Der talentierte Spieler spielt für den TTC Hofgeismar in der Bezirksoberliga Herren und im Behindertentischtennis für die TTG Buessfeld. Der EM-Teilnehmer ist seit seinem zweiten Lebensjahr unterschenkelamputiert und trägt eine Prothese.

Mehr als zufrieden mit der Einstellung seines Schützlings ist Trainer Karl-Heinz „Charly“ Weber. Der Coach trainiert mit Yannik Rüddenklau sowohl im Verein als auch im Kader auf nationaler Ebene und war auch als Trainer bei den Europameisterschaften im italienischen Lignano dabei. „Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung. Yannik hat großes Potenzial und er versteht dies auch abzurufen“, lobt ihn der Trainer.

Mit Yannik Rüddenklau sprach der Ressortleiter Medien des HTTV Rolf Schäfer.

 

? Durch wen und was bist Du zum Tischtennis gekommen?

YR: Wir haben in der Schule bei den Mini-Meisterschaften mitgemacht. Ich habe mich für den Bezirksentscheid qualifiziert. Dass hat mir sofort Spaß gemacht. Ich wollte dann auch mal gegen Behinderte spielen. Ich bin zum Kader eingeladen worden und spätestens da hat mich der „Tischtennisvirus“ erwischt.

 

? Wie wichtig ist Dir der Tischtennissport?

YR: Das Wichtigste ist die Schule. Ich gehe aufs Gymnasium und möchte das Abitur machen. Dann kommen aber sofort Tischtennis und meine Freunde.

 

? Was motiviert Dich?

YR: Ich möchte mein Spiel weiter verbessern.

 

? Wie unterstützt Dich Deine Familie?

YR: Die Unterstützung durch die Familie ist optimal. Da ich in Calden – Westuffeln wohne, muss ich immer zum Training gefahren werden. Meine Eltern und mein Opa sind immer für mich da.

 

? Bist Du vor einem Wettkampf nervös?

YR: Besonders vor den Europameisterschaften war ich nervös. Nach meinem ersten Satz hat sich das aber gelegt. Ich glaube es ist gut, wenn man immer etwas angespannt in einen Wettkampf geht.

 

? Bist Du im Kader und wie läuft Dein Training vor Ort?

YR: Normalerweise habe ich viermal die Woche Training: Dienstag in Hofgeismar - Bezirksoberliga/Oberliga Spieler unter dem Trainer Andrzej Biziorek, Mittwoch in Hofgeismar - Bezirksoberliga/Oberliga Spieler unter dem Trainer Charly Weber, Donnerstag in Daseburg Leistungsgruppe Jugendliche unter Trainer Andrzej Biziorek, Freitag in Hofgeismar Einzeltraining mit Charly Weber. Wenn Lehrgänge, zum Beispiel vom Behinderten-Verband, wo ich in Hessenkader bin, angesetzt sind, trainiere ich auch am Wochenende. Auch bin ich seit kurzem Mitglied des C-Kaders der Natioalmannschaft.

 

? Was für ein Spielertyp bist Du und welches Material spielst Du?

YR: Ich bin Angriffsspieler am Tisch. Mein Schläger ist ein Joola Eagle Carbon. Als Beläge habe ich Joola Rhyzm max rot und schwarz.

 

? Erhältst Du Förderungen durch Verbände?

? Ich erhalte Sporthilfe in Hessen. Es werden zum Teil Lehrgänge und Turniere durch den HBRS und den DBS finanziert. Finanziert  wurde auch die Teilnahme an den Europameisterschaften. Ich gehöre zum Olympiastützpunkt. Allerdings ist die Fahrt nach Frankfurt zum Stützpunkttraining etwas zu weit. Ab 1. Januar ist vorgesehen, dass ich von der deutschen Sporthilfe eine Unterstützung erhalte.

 

? Du hattest doch bestimmt schon einiges an Erfolgen?

YR: Ich war Teilnehmer in der D-Klasse bei den Deutschen Meisterschaften 2012. In dieser Klasse bin ich zuvor hessischer Vizemeister Einzel und Landesmeister im Doppel geworden.

Im Behindertensport bin ich Deutscher Jugendmeister 2012 und 2013, 2012 erreichte ich bei den Herren den dritten Rang. Ich war Dritter mit dem Team beim Weltranglistenturner BSNW Open. In der Weltrangliste von September 2013 stehe ich auf Rang 40 in der Wettkampfklasse 9. Ein persönlicher Höhepunkt war die Teilnahme an den Europameisterschaften 2013.

 

? Fühlst Du Dich im Team von Hofgeismar aufgehoben?

YR: Es macht großen Spaß in der Mannschaft zu spielen. Meine Mannschaftskameraden sind zwischen 16 und 55 Jahre alt. Da wir acht Spieler gemeldet haben, ist es nicht ganz so schlimm, wenn ich durch Veranstaltungen des Behindertensportverbandes mal nicht dabei bin.

 

? Wie war Dein Eindruck von der EM?

YR: Es wurde auf sehr hohem Niveau gespielt. Die Veranstaltung war professionell organisiert. Mein größter Erfolg war der Sieg über einen Niederländer gegen den ich zuvor viermal verloren habe. In der Wettkampfklasse zehn habe ich mit der Mannschaft gegen Polen gespielt, wo ich gegen den Weltranglistenersten antrat. In solchen Spiele sammle ich Erfahrung und es bringt mich sportlich weiter.

 

? Welche Ziele hast Du?

YR: Kurzfristig möchte ich in der Bezirksoberliga eine positive Bilanz erreichen und im Behindertensport Deutscher Meister 2014 werden. Mein mittelfristiges Ziel ist eine Position im oberen Paarkreuz der Bezirksoberliga. Weiterhin möchte ich mich wieder für die Europameisterschaften qualifizieren und einen Weltranglistenplatz in der Wettkampfklasse neun unter den Top 20 erreichen. Wenn alles gut läuft, möchte ich langfristig in die Hessenliga oder höher. Im Behindertensport ist das Ziel die Teilnahme an Weltmeisterschaften. Ein Traum vom mir ist der Start bei den Paralympics und ein Platz unter den Top Ten in der Weltrangliste der Wettkampfklasse neun.

Yannik, ich danke Dir für das Gespräch und hoffe, dass Deine Träume in Erfüllung gehen.

 

 

Mit Yannik Rüddenklau sprach der Ressortleiter Medien des HTTV Rolf Schäfer

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