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Corona-Saison: Bundestag verhindert Härten bei Verlust der Stammspieler-Eigenschaft

Zahlreiche Änderungen der Satzungen und Ordnungen beschlossen.

Autor:

Bereichsleiter und Vizepräsident Öffentlichkeitsarbeit

Als Reaktion darauf, dass in allen Landesverbänden aufgrund der COVID-19-Pandemie bis Ende dieses Jahres vielfach nur ein Bruchteil der Mannschaftskämpfe der Vorrunde ausgetragen werden kann und die Situation in der Rückrunde ungewiss ist, hat der Bundestag des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) am Samstag, 21. November, Änderungen an der Wettspielordnung beschlossen, die den Verlust und die Wiedererlangung des Stammspielerstatus für die laufende Spielzeit regeln.

Während in einer "normalen" Halbserie jeder Stammspieler bei den Damen und Herren (gemäß Ziffer 1.3.1 des Abschnitts H der WO) mindestens drei Punktspiele im Einzel bestreiten muss, um auch in der folgenden Halbserie weiter als Stammspieler gemeldet werden zu können, gilt wegen der Corona-Krise für Vor- und Rückrunde 2020/21 eine Ausnahme: Auch ohne überhaupt ein Spiel absolviert zu haben, verlieren Spielerinnen und Spieler ihren Stammspielerstatus nicht. Wer also als Stammspieler in der Vorrunde oder Rückrunde dieser Spielezeit gestartet ist, bleibt das auch nach der betroffenen Halbserie. In dieser Spielzeit kann also kein Spieler bei Damen und Herren seinen Stammspielerstatus verlieren.

Für Akteure, die als Reservespieler/innen in die Saison gestartet sind und durch die Zahl ihrer Einsätze bei Punktspielen der Vorrunde oder Rückrunde wieder zu Stammspielern werden möchten, gibt es eine COVID-19-bedingte Erleichterung: Statt bislang drei Teilnahmen an Punktspielen (gemäß Ziffer 1.3.2 des Abschnitts H der WO) reicht in der Saison 2020/21 sowohl in der Vorrunde als auch in der Rückrunde aus, wenn ein gemeldeter Reservespieler einmal im Einzel an einem Punktspiel seines Vereins in der betreffenden Halbserie teilgenommen hat. In der folgenden Halbserie dürfen die Aktiven dann wieder als Stammspieler gemeldet werden.

Einsatz in Entscheidungsspielen leichter möglich

Da sich viele Verbände zurzeit auf einen rudimentären Spielbetrieb auch in der Rückrunde werden beschränken müssen, hat der Bundestag die Voraussetzungen für die Einsatzberechtigung bei Entscheidungsspielen gemäß Ziffer 4.1 des Abschnitts I der WO vereinfacht: Es gibt ausnahmsweise keine vorgegebene Zahl von Mindesteinsätzen: Auch Spielerinnen und Spieler, die in der betreffenden Halbserie keine Punktspiele bestritten haben, dürfen in den Entscheidungsspielen eingesetzt werden.

Im Großteil der insgesamt 18 DTTB-Mitgliedsverbände hat bislang nur gut ein Drittel der Vorrundenspiele stattgefunden.

Drei alternative Anträge gab es zum Thema „einheitliches Spielsystem“ in den Bundesspielklassen. Die Ober- und Regionalligen werden ab der Saison 2021/22 zwar ebenfalls im Bundessystem spielen, einen Unterschied wird es jedoch zu den drei höchsten Spielklassen geben: In den Ober- und Regionalligen werden alle zum System gehörende Spiele ausgetragen, bei den Punktspielen in den 1., 2. und 3. Bundesligen ist nach dem Siegpunkt Schluss bzw. wenn alle zum System gehörenden Spiele austragen sind, die Partie also unentschieden endet.

Weiterhin keine parallele Spielberechtigung für deutschen und ausländischen Klub

Wie im Vorjahr wurde der Antrag auf parallel mögliche Spielberechtigung für einen deutschen Verein und ausländische Klubs abgelehnt. Auch wenn die Kontrolle der Existenz einer Spielberechtigung im Ausland in vielen Fällen schwierig bleibt, überwogen für die Mehrheit der Delegierten die Probleme einer solchen Regelung, unter anderem die sinkende Identifikation der Spielerinnen und Spielern mit dem Verein und voraussichtlich wachsende Kader, um die parallelen Termine der Stammformation einer Mannschaft kompensieren zu können.

Ab den Neuwahlen beim Bundestag im kommenden Jahr werden die Mitglieder des DTTB-Präsidiums schriftlich und geheim gewählt. Für diesen Antrag Bayerns stimmten knapp 80 Prozent der Delegierten.

Deutsche Meisterschaften Damen/Herren 2021 im August in Bremen, Nachwuchs spielt wieder Mixed

Die Nationalen Deutschen Meisterschaften der Damen und Herren werden aufgrund der unsicheren Terminlage während der COVID-19-Pandemie vom traditionellen ersten März-Wochenende auf den 28. und 29. August verschoben. Austragungsort ist die ÖVB-Arena Bremen. Auch wenn die ranghöchsten nationalen Titelkämpfe dann in der Saison 2021/22 stattfinden, werden sie der Spielzeit 2020/21 zugerechnet.

Bei Nachwuchsveranstaltungen wird es ab 2022 ein Comeback geben: Das gemischte Doppel, bei den Olympischen Spielen in Tokio erstmals eine zusätzliche Disziplin, wird wieder Bestandteil der Nationalen Meisterschaften der Jugend 15 und 18 sein.

Haushalt 2021 genehmigt / Zukunftsprojekt Tischtennis-Stiftung zur Finanzierung des DTTB?

Der Bundestag genehmigte den Jahresabschluss 2019 und entlastete das DTTB-Präsidium einstimmig. Der unter „worst-case-Annahmen“ (Zitat Jürgen Konrad, DTTB-Vizepräsident Finanzen) mit einem Defizit von rund 325.000 Euro geplante Haushalt 2021 wurde genehmigt.

Zu Sitzungsbeginn hatte Jürgen Konrad seine Vision einer kapitalgedeckten Finanzierung des DTTB vertieft, die er beim Beirat Anfang Oktober bereits umrissen hatte. Sein Plan ist die Gründung einer Stiftung, kontrolliert von einem Stiftungsrat, die einen noch aufzubringenden Kapitalstock über Fondserträge jährlich zu vergrößern versucht.

Besprochen wurde im Bundestag, dass sich die Projektgruppe Finanzen, der neben Konrad zwei Vertreter von Landesverbänden und ein Mitglied der Haushaltsprüfungskommission angehören, intensiver mit den Chancen und Risiken einer kapitalgedeckten Finanzierung befassen werde. Hinzukommen werde eine Aufstellung des künftigen Leistungsportfolios des DTTB mit dem Ziel, Einsparungen in der Aufgabenstruktur zu erzielen.

Wahlen fanden nicht statt. Allerdings wurden die Ressortleiter Damen- und Herren-Bundesligen, Helmut Pfeil und Gianluca Walther, ebenso einstimmig in ihren Ehrenämtern bestätigt wie die Aktivensprecher Nina Mittelham und Dimitrij Ovtcharov.

Der 15. DTTB-Bundestag war der erste virtuelle. Zur COVID-19-Prävention trafen sich die Delegierten aus den DTTB-Mitgliedsverbänden, zahlreichen DTTB-Gremien und dem DTTB-Präsidium an der Spitze in einer Online-Konferenz zu Information, Diskussion und Abstimmung von Anträgen.

Der nächste DTTB-Bundestag ist für den 11. und 12. Dezember 2021 vorgesehen. Zuvor soll der Beirat am 27. März 2021 stattfinden. Tagungsort ist soweit möglich angesichts der Pandemie jeweils Frankfurt am Main.

Alle WO-Änderungen finden Sie hier, im nächsten plopp und in Kürze auch in der HTTV-App bzw. im Downloadbereich. 

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